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Teklan

Erfahrener Schreiberling

  • "Teklan" started this thread

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1

Saturday, January 31st 2009, 5:01pm

Ein pragmatisch arbeitender Softwareentwickler. Positiv oder negativ?

Die Frage wurmt mich gerade^^

Pragmatisch arbeiten ist meiner Meinung nach grundsätzlich gut und eiin Kompliment - man ist flexibel in seinem Lösungsweg und ist ergebnisorientiert.
Allerdings hat das Lieblingsmotto eines Pragmatikers doch nen Faden Beigeschmack für Dinge, die mit einer gewissen "Gründlichkeit" bearbeitet werden müssen
-
"Hauptsache, es funktioniert!"
-

Ein guter Softwareentwickler mag doch denken: "Ja gut, es funktioniert.....aber WIE funktioniert es?"

Ich arbeite äußerst pragmatisch, aber kann ich mit dieser Eigenschaft im Bereich Softwareentwciklung gar nicht angeben?^^

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Rick

Mädchen

  • "Rick" is male

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2

Saturday, January 31st 2009, 5:13pm

"Funktionieren" kann bei Software viele verschiedene Dinge bedeuten. Bevor du da nicht näher erläuterst lässt sich das Thema schlecht erörtern.

Sometimes you've got to ask yourself: Is xkcd shitty today?

hamena314

Zerschmetterling

  • "hamena314" is male

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3

Saturday, January 31st 2009, 5:14pm

Nun, pragmatisch zu arbeiten muss sich nicht unbedingt an das "Hauptsache es funktioniert"-Dogma klammern.
Es gibt nunmal viele Wege nach Rom.
Einen Weg zu finden zeichnet IMHO den Pragmatiker aus und der der den Weg findet der hat zumindest viel Erfahrung.
Die Frage ist, ob das Ziel wichtiger als der Weg dahin ist. Denn auf dem Weg dahin bekommt man selbst Erfahrung, eben weil man öfters auch mal einen neuen Weg auf das gleiche Ziel probieren muss.
Aber was rede ich da überhaupt? Lies einfach das hier:

Der pragmatische Programmierer
Tipps des pragmatischen Programmierers

HAVE PHUN!
Nicht der Wind bestimmt die Richtung, sondern das Segel! (Lao Xiang, China)

CrissCross

Erfahrener Schreiberling

  • "CrissCross" is male

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4

Saturday, January 31st 2009, 5:21pm

"Hauptsache, es funktioniert!" ist recht unspezifisch: Stell dir vor, die Kassiersoftware in der Mensa würde für jede Abbuchung von einer Mensakarte 5 Minuten brauchen. Funktioniert auch - aber der Betrieb würde völlig zum erliegen kommen.
Anderes Beispiel: Schlechtes Softwaredesign und keine Refatorings: Läuft auch ... aber wie lange? Irgendwann läuft's eben nicht mehr richtig (Stichwort: Stabilität und Fehler).
Bei der Softwareentwicklung spielen außerdem auch wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle: Wenn du 20x so lange brauchst wie die Konkurrenz um einfache Wartungs- und Erweiterungsarbeiten zu machen, weil die Software nach dem Motto
"Hauptsache, es läuft!" entwickelt worden ist, wirst du gute Argumente brauchen das dem Kunden zu verkaufen... Wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würden, könnte man ja auch auf die Idee kommen mit einer Nagelschere den Rasen zu mähen - "Hauptsache, es funktioniert!" ;)
"Technology is easy - people are hard."

(John Gage - Sun Microsystems zum Thema warum IT-Projekte scheitern)

Panschk[FP]

Junior Schreiberling

  • "Panschk[FP]" is male

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5

Monday, February 2nd 2009, 11:30pm

Ich wuerde mich auf jeden Fall auch als "pragmatisch" bezeichnen - Ich suche einfache Lösungen fuer die Probleme, die vielleicht nicht perfekt sind, aber im "Regelfall" funktionieren. Kann natuerlich auch mal nach hinten losgehen -- Was ich z.B. bei Sicherheitsluecken auf von programmierten Webprojekten erlebt habe. Aber wenn ich andererseits im von vornherein alles richtig und optimal hätte machen wollen, hätte ich aus Zeitmangel gar nicht erst angefangen, was gerade bei privaten Projekten, an denen man vieles lernen kann, doch schade gewesen wäre. Bei Projekten in der Raumfahrt oder Medizintechnik ist diese laxe Einstellung wohl weniger angesagt, es kommt also sicher auf die Art des Vorhabens an.

Bei einer kleinen Anwendung, die in einer Woche programmiert ist, könnte ich eventuell ohne Source Control und mit lauter globalen Variablen gut leben. Wenn 20 Leute ueber einen längeren Zeitpunkt an einem Projekt arbeiten, sollte man nicht mal im Traum daran denken;)

Im Endeffekt kommt es aber meiner Meinung nach darauf an, ob der Mehraufwand sich aus Sicht des Benutzers (beziehungsweise des zahlenden Kunden) lohnt. Dann kann es auch pragmatisch sein, 2 Wochen ueber einen Algorithmus zu brueten.

The pragmatic programmer ist schon interessant, wobei ich einige der Vorschläge fuer etwas abgehoben halte. Die Zeit, um all die Skills zu lernen und Infrastruktur aufzubauen, kann je nach Art der Aufgabe wohl auch besser in direkte Lösungsfindung investiert werden. Ist aber auch schon wieder ein Jahr her, dass ich das gelesen habe, muss mal wieder reinschaun;)

Um die Frage zu beantworten: Positiv. Das Gegenteil der Pragmatiker sind dieArchitecture Astronauts;)

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