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migu

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31.03.2005, 12:16

" Zigaretten stärkere Luftverschmutzer als Diesel"

Es passt zum aktuellen Thema in den Medien (à la "München mit größter Feinstaubbelastung" usw.).
-> http://www.scienceticker.info/news/EpAFFVpVkVumqUviRe.shtml
tar: Anlegen eines leeren Archivs wird feige verweigert.

paradroid

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31.03.2005, 13:38

RE: " Zigaretten stärkere Luftverschmutzer als Diesel"

Tja Leute, da kann ich nur empfehlen: Raucht mehr Diesel! :)

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migu

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31.03.2005, 14:33

Zitat

Original von paradroid
Tja Leute, da kann ich nur empfehlen: Raucht mehr Diesel! :)
Lecker! Diesel ist auch viel billiger. Von einem Euro pro Liter Tabak träumen Raucher bestimmt. ;) :D
tar: Anlegen eines leeren Archivs wird feige verweigert.

kakTuZ

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31.03.2005, 15:22

Hmm, irgendwie muss ich sagen, dass ich schon am Anfang der ganzen Dieserl-Partikel-Filter Diskusion irgendwie immer an Rauchverbote gedacht hab. Das macht doch keinen Sinn sich irgendwie über die Verschmutzung der Strassenluft aufzuregen und dann abends in einer Kneipe durch Raucher die X-Fache Ladung abzubekommen (mal abgesehen von der Radioaktiven Strahlung etc. )
Also mein 4-Stufen-Plan:
1.: TOTALES Werbeverbot für Tabakartikel
2.: TOTALES Rauchverbot (ansonsten Anhebung der Praxisgebühr für Raucher)
3.: Internationale ächtung von Tabakwaren ;)
4.: Abends weggehen, ohne am nächten Morgen erstmal die stinkenden Klamotten loszuwerden zu müssen

na ok, ganz so drastisch müsste es nicht sein, aber ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit wär zumindes mal ein Anfang. (Irrland und Italien habn da schon mal richtig angefangen)
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MadMaX

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5

31.03.2005, 16:11

Extremismus tut selten gut!

...und als nächstes:

5.: TOTALES Alkoholverbot

- weitere gute Vorschläge?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »MadMaX« (31.03.2005, 16:12)


paradroid

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6

31.03.2005, 16:11

Zitat

Original von kakTuZ
Hmm, irgendwie muss ich sagen, dass ich schon am Anfang der ganzen Dieserl-Partikel-Filter Diskusion irgendwie immer an Rauchverbote gedacht hab. Das macht doch keinen Sinn sich irgendwie über die Verschmutzung der Strassenluft aufzuregen und dann abends in einer Kneipe durch Raucher die X-Fache Ladung abzubekommen (mal abgesehen von der Radioaktiven Strahlung etc. )
Na, ein kleiner Unterschied besteht da ja schon: Schließlich zwingt mich ja niemand, die Kneipe zu betreten. Auf der Straße herumzulaufen kann ich jedoch zumeist nicht vermeiden.

Zitat

na ok, ganz so drastisch müsste es nicht sein, aber ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit wär zumindes mal ein Anfang.
Dem stimme ich allerdings zu, zumal auf Bahnsteigen etc., wo man ja nicht ausweichen kann (und das Argument "ist doch an der frischen Luft" zieht nicht, man bekommt trotzdem genug ab.

Zitat

(Irrland ...
Hihi.

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migu

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31.03.2005, 16:19

Zitat

Original von kakTuZ
Hmm, irgendwie muss ich sagen, dass ich schon am Anfang der ganzen Dieserl-Partikel-Filter Diskusion irgendwie immer an Rauchverbote gedacht hab. Das macht doch keinen Sinn sich irgendwie über die Verschmutzung der Strassenluft aufzuregen und dann abends in einer Kneipe durch Raucher die X-Fache Ladung abzubekommen (mal abgesehen von der Radioaktiven Strahlung etc. )
Du hast völlig recht.
Wer sich in einem verrauchten Raum aufhält bekommt auf alle Fälle mehr schädliche Partikel ab als jemand, der an verkehrsreichen Straßen entlanggeht.

Zitat

Also mein 4-Stufen-Plan:
1.: TOTALES Werbeverbot für Tabakartikel
2.: TOTALES Rauchverbot (ansonsten Anhebung der Praxisgebühr für Raucher)
3.: Internationale ächtung von Tabakwaren ;)
4.: Abends weggehen, ohne am nächten Morgen erstmal die stinkenden Klamotten loszuwerden zu müssen
1. ist zu befürworten, weil die Gesundheit der Bevölkerung wichtiger ist als Werbeeinnahmen.

2. widerspräche sicherlich den Persönlichkeitsrechten nach § 2 (1) GG : "Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt."
Da Raucher allerdings in den seltensten Fällen die Rechte anderer nicht verletzen, wäre ein generelles Verbot an öffentlichen Plätzen usw. sicherlich eine gute Sache. Ich denke, Raucher hatten lange genug Zeit, ihre Bereitschaft zur Rücksichtnahme zu zeigen. Da offenbar die meisten Raucher keine Rücksicht nehmen (wollen), sind nun Maßnahmen wie z.B. Verbote leider zwingend notwendig geworden.
Besonders fragwürdig sind allerdings Nichtraucher, die meinen, auf Raucher Rücksicht nehmen zu müssen! So ein Unfug.

Wer für eine rauchfreie Uni Hannover ist, sollte sich unter http://www.rauchfreie.uni-hannover.de.tt/ umsehen.

3. kann man nicht verordnen. Der Trend geht aber in diese Richtung. Durch Rauchen sterben weitaus mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle usw. (Dazu gibt es m. W. genug Studien.)

zu 4.: Die völlig ausufernde Raucherei in Gastwirtschaften jeglicher Art verleidet mir einen Besuch. Wenn ich mich an solchen Orten unwohl fühle, verschwinde ich lieber. Letztens las ich ein interessantes Argument: Man könne Waschwasser sparen, wenn man seine Kleidung länger als einen Tag trüge.

Zitat

na ok, ganz so drastisch müsste es nicht sein, aber ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit wär zumindes mal ein Anfang. (Irrland und Italien habn da schon mal richtig angefangen)
Sehe ich auch so. Unsere Regierung sollte sich am Gemeinwohl orientieren und entsprechende Gesetze erlassen.

Eine gute Seite zum Thema ist http://www.smokefreeliving.net/
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31.03.2005, 16:23

RE: Extremismus tut selten gut!

Zitat

Original von MadMaX
...und als nächstes:

5.: TOTALES Alkoholverbot

- weitere gute Vorschläge?
Ja, verwechsle bitte Extremismus nicht mit Freiheit! Freiheit erfordert Verantwortung. Funktioniert es ohne Regelungen nicht, weil z.B. Raucher sich verantwortungslos verhalten, müssen eben Regeln her. Das hat mit Extremismus nichts zu tun.
Nachtrag:
Wenn du dich allerdings auf ein generelles Rauchverbot beziehst, dann gebe ich dir natürlich Recht. Solange niemand unfreiwillig mitrauchen muss, ist gegen das Rauchen zunächst nichts einzuwenden. Jeder darf sich selbst schaden, wenn er will. (Das hat aber auch Grenzen.) Siehe auch meine obige Ausführung.
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Dr. Jekyll

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31.03.2005, 20:51

RE: Extremismus tut selten gut!

Hallo Leute!

Ich fordere ein sofortiges Verbot von Technomusik an öffentlichen Orten. Technojünger haben lange genug Zeit gehabt, Rücksicht auf andere zu nehmen und nur in geschlossenen Räumen mit DIN-gerechter Schallisolierung ihre "Musik" zu hören. Ich bin mir sicher, dass meine Zeugungsfähigkeit durch passives Techno-hören massiv geschädigt wurde. Weiterhin ist das allgemeine Auftreten der sogenannten "Raver" meist eine Beleidigung der Augen und des guten Geschmackes und dauerhafte Folgeschäden für die Volksgesundheit sind hierbei nicht auszuschliessen. Zum Beleg meiner Behauptungen möchte ich hier einfach die Google-Suchergebnisse anführen, die empirisch stichhaltie Erfahrungsberichte Betroffener aufzeigen. Ein erschreckendes Bild zeichnet sich hier ab!

Deswegen fordere ich das sofortige Handeln des Gesetzgebers!

Doc.
PS: Rauchfreie Uni: Von mir aus. Komplettes Rauchverbot an öffentlichen Plätzen (unter freiem Himmel): Nein. Rauchverbote in Kneipen und ähnlichem: Nein.

Wenn es einen Markt von Nichtrauchern gäbe, die sich so gestört fühlen, dann verstehe ich nicht warum nicht von alleine Nichtraucherkneipen entstehen, die sich dann vor lauter glücklichen Nichtrauchern gar nicht mehr retten können vor lauter Kunden. Insbesondere hier finde ich hat der Gesetzgeber nichts zu suchen. Ein rauchfreier Arbeitsplatz (dazu zähle ich auch mal die Uni) sollte ein Recht für jeden sein (ist es AFAIK auch schon, wird nur nicht konsequent umgesetzt.) Ob ein Kneipenbetreiber seine Gäste Rauchen lässt oder nicht geht den Gesetzgeber nichts an. Es wird ja auch niemand gezwungen in eine verrauchte Kneipe zu gehen, und wie gesagt, wenn es einen Markt gäbe, gäbe es auch rauchfreie Kneipen.
Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, daß er hauptsächlich von Idioten umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht. [Curt Goetz]

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migu

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01.04.2005, 01:06

Zitat

Original von Dr. Jekyll
Ich fordere ein sofortiges Verbot von Technomusik an öffentlichen Orten. Technojünger haben lange genug Zeit gehabt, Rücksicht auf andere zu nehmen und nur in geschlossenen Räumen mit DIN-gerechter Schallisolierung ihre "Musik" zu hören. Ich bin mir sicher, dass meine Zeugungsfähigkeit durch passives Techno-hören massiv geschädigt wurde. Weiterhin ist das allgemeine Auftreten der sogenannten "Raver" meist eine Beleidigung der Augen und des guten Geschmackes und dauerhafte Folgeschäden für die Volksgesundheit sind hierbei nicht auszuschliessen. Zum Beleg meiner Behauptungen möchte ich hier einfach die Google-Suchergebnisse anführen, die empirisch stichhaltie Erfahrungsberichte Betroffener aufzeigen. Ein erschreckendes Bild zeichnet sich hier ab!

Deswegen fordere ich das sofortige Handeln des Gesetzgebers!
Deine Polemik ist reichlich hirnlos!
Ich verstehe nicht, wie du so einen Unsinn schreiben kannst. Es ist wirklich nicht lustig! Tabakrauch ist ein starkes Gift, das nachweislich (s.u.) für viele Erkrankungen verantwortlich zu machen ist. Andere Menschen diesen Giften auszusetzen ist schlicht verantworungslos, genauer betrachtet sogar eine Straftat (Nötigung, Körperverletzung).

Fakten und Quellen:

Zitat

Original von Dr. Jekyll
Wenn es einen Markt von Nichtrauchern gäbe, die sich so gestört fühlen, dann verstehe ich nicht warum nicht von alleine Nichtraucherkneipen entstehen, die sich dann vor lauter glücklichen Nichtrauchern gar nicht mehr retten können vor lauter Kunden. Insbesondere hier finde ich hat der Gesetzgeber nichts zu suchen. Ein rauchfreier Arbeitsplatz (dazu zähle ich auch mal die Uni) sollte ein Recht für jeden sein (ist es AFAIK auch schon, wird nur nicht konsequent umgesetzt.) Ob ein Kneipenbetreiber seine Gäste Rauchen lässt oder nicht geht den Gesetzgeber nichts an. Es wird ja auch niemand gezwungen in eine verrauchte Kneipe zu gehen, und wie gesagt, wenn es einen Markt gäbe, gäbe es auch rauchfreie Kneipen.
Die Aufgabe des Gesetzgebers ist es sehr wohl auch, Regelungen zu schaffen, die dem Gemeinwohl dienen. Es wäre im Interesse der Gesamtbevölkerung, wenn das Rauchen erschwert würde und dadurch Nichtraucher geschützt werden. Man könnte sich freier bewegen.
Gerade in Deutschland ist leider sehr schwierig, sich dem Tabakrauch zu entziehen, weil die Tabakindustrie es geschafft hat, Rauchen mit positiven Begriffen wie z.B. Freiheit zu verknüpfen und gleichzeitig die Gefahren des Rauchens in den Hintergrund treten zu lassen.
Weil Deutschland im internationalen Vergleich so rückständig ist, hat irgendjemand BRD mit "Brutale Raucher-Diktatur" übersetzt. Die Uni Hannover ist da ein gutes Beispiel. Der Präsident ließ einen Brief, in dem ein uni-weites Rauchverbot gefordert wurde, vom Rechtsdezernat beantworten, die Uni tue schon genug für den Nichtraucherschutz - was nicht wahr ist. Der (Noch-)Präsident ist selbst Raucher.
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01.04.2005, 04:34

Zitat

Original von migu
Deine Polemik ist reichlich hirnlos!
Ich verstehe nicht, wie du so einen Unsinn schreiben kannst.


Mäßige Deinen Ton. Du bist hier nicht auf dem Kinderspielplatz, auch wenn das das Nonsens-Forum ist. Ich kann mir kaum vorstellen, daß Du Dich trauen würdest, genau das o.g. IRL zu DrJekyll zu sagen, also solltest Du das auch in diesem Forum sein lassen.

Zitat


Andere Menschen diesen Giften auszusetzen ist schlicht verantworungslos, genauer betrachtet sogar eine Straftat (Nötigung, Körperverletzung).

Schön, daß Du dich dann auch gleich selber entlarvst.

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.
§240 StGB


Erklär' der geneigten Leserschaft doch bitte mal kurz, inwiefern ein Raucher, der z.B. gestern mit mir im Spandau zusammensaß, an mir eine Nötigung vollbringt, nämlich mich zu einer wie auch immer gearteten Reaktion zwingt, und inwiefern ihm dann verwerfliches Handeln vorzuweisen ist.

Zum Zweiten: Körperverletzung ist insbesondere
nur dann vollzogen, wenn eine tatsächliche Schädigung des Körpers eintritt. Das meßbare Resultat einer oder zwei, laß es vier mitgerauchter Zigaretten auf den Körper eines ansonsten gesunden Erwachsenen ist innerhalb der für medizinische Untersuchungen üblichen Meßtoleranz, und ich fühle mich persönlich auch nach einem Abend neben zwei Rauchern nicht schlechter. Ich bin zudem auch sehr sicher, daß ein Lungentest 12h vor und 12h nach einem solchen Abend keine strafrechtlich relevante Schädigung ans Licht bringen würde. Du kannst natürlich einfach ein Jahr irgendwo in der Kneipe passivrauchen, und dann 100 Leute auf einmal anzeigen - aber da es in Deutschland weder im Zivil-, noch im Strafrecht Class Action gibt, kannst Du das auch genausogut seinlassen.

Also: wozu solche Scheinargumente?

Zitat

Die Aufgabe des Gesetzgebers ist es sehr wohl auch, Regelungen zu schaffen, die dem Gemeinwohl dienen. Es wäre im Interesse der Gesamtbevölkerung, wenn das Rauchen erschwert würde und dadurch Nichtraucher geschützt werden. Man könnte sich freier bewegen.


Ich übersetze das mal für die geneigten Anwesenden mit "Ich könnte mich freier bewegen", denn Leute wie Du, die einen geschlossenen Raum sofort verlassen, wenn sich jemand eine Zigarette anzündet, sind (zum Glück?) eine absolute Minderheit (siehe auch "Radikalität" oben). Ich kriege auch ab und an mal Zustände, wenn irgendein Mokel unhöflicherweise eine anzündet, während ich z.B. esse, aber das kann man dann ja auch äußern, statt die Flucht zu ergreifen.
Das Recht auf freie Entfaltung ist - das hat Du ja bereits angesprochen - grundgesetzlich verankert, und Wowereit. Wenn jemand rauchen möchte, dann darf er im privaten Bereich nicht durch die Gesetzgebung daran gehindert werden.

Zitat

Gerade in Deutschland ist leider sehr schwierig, sich dem Tabakrauch zu entziehen, weil die Tabakindustrie es geschafft hat, Rauchen mit positiven Begriffen wie z.B. Freiheit zu verknüpfen und gleichzeitig die Gefahren des Rauchens in den Hintergrund treten zu lassen.


Tja, Kinder zum Rauchen zu verführen, ist tatsächlich nicht fein. Aber Du solltest nicht außer Acht lassen, daß der Staat, der u.a. Deine Bildung an dieser Universität bezahlt, auf die Einnahmen von über 14 Milliarden Euro jährlich (!) aus der Tabaksteuer angewiesen ist - von Mehrwertsteuer und Sekundärsteuern wie z.B. der Einkommensteuer von Angestellten bei Tabakfirmen oder der Gewerbesteuer von Kioskbesitzern und Tabakläden mal ganz zu schweigen. Wo sollen die denn herkommen, wenn Rauchen so erschwert wird, daß z.B. die Hälfte aller Raucher aufhört?
Hier ist nicht der Gesetzgeber gefordert, sondern der Markt. Und Ralf hat da völlig recht: Wenn so unglaublich viele Leute so strikt gegen Raucher, Passivrauchen und Mitrauchen sind, wieso gibt es denn dann in Hannover keine einzige (mir bekannte) "Nichtraucher-only"-Kneipe?

Zitat

Weil Deutschland im internationalen Vergleich so rückständig ist, hat irgendjemand BRD mit "Brutale Raucher-Diktatur" übersetzt.


Hattest Du nicht oben noch was von "hirnloser Polemik" geschrieben? Diese Parolen halte ich für nur eines: albern.
Ich bin Nichtraucher und fühle mich durch niemanden unterdrückt, und auch nur die Andeutung ähnlicher Zustände wie in einer wirklichen Diktatur ist eine Frechheit und eine Beleidigung aller, die tatsächlich unter Diktaturen in Vergangenheit und Gegenwart zu leiden hatten.

Zitat

Die Uni Hannover ist da ein gutes Beispiel. Der Präsident ließ einen Brief, in dem ein uni-weites Rauchverbot gefordert wurde, vom Rechtsdezernat beantworten, die Uni tue schon genug für den Nichtraucherschutz - was nicht wahr ist. Der (Noch-)Präsident ist selbst Raucher.


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01.04.2005, 08:52

Tach.

Zitat

Original von migu

Zitat

Original von Dr. Jekyll
Ich fordere ein sofortiges Verbot von Technomusik an öffentlichen Orten. Technojünger haben lange genug Zeit gehabt, Rücksicht auf andere zu nehmen und nur in geschlossenen Räumen mit DIN-gerechter Schallisolierung ihre "Musik" zu hören. Ich bin mir sicher, dass meine Zeugungsfähigkeit durch passives Techno-hören massiv geschädigt wurde. Weiterhin ist das allgemeine Auftreten der sogenannten "Raver" meist eine Beleidigung der Augen und des guten Geschmackes und dauerhafte Folgeschäden für die Volksgesundheit sind hierbei nicht auszuschliessen. Zum Beleg meiner Behauptungen möchte ich hier einfach die Google-Suchergebnisse anführen, die empirisch stichhaltie Erfahrungsberichte Betroffener aufzeigen. Ein erschreckendes Bild zeichnet sich hier ab!

Deswegen fordere ich das sofortige Handeln des Gesetzgebers!
Deine Polemik ist reichlich hirnlos!


Das war mein Beitrag zum Thema Smalltalk.

Zitat

Zitat

Original von Dr. Jekyll
Wenn es einen Markt von Nichtrauchern gäbe, die sich so gestört fühlen, dann verstehe ich nicht warum nicht von alleine Nichtraucherkneipen entstehen, die sich dann vor lauter glücklichen Nichtrauchern gar nicht mehr retten können vor lauter Kunden. Insbesondere hier finde ich hat der Gesetzgeber nichts zu suchen. Ein rauchfreier Arbeitsplatz (dazu zähle ich auch mal die Uni) sollte ein Recht für jeden sein (ist es AFAIK auch schon, wird nur nicht konsequent umgesetzt.) Ob ein Kneipenbetreiber seine Gäste Rauchen lässt oder nicht geht den Gesetzgeber nichts an. Es wird ja auch niemand gezwungen in eine verrauchte Kneipe zu gehen, und wie gesagt, wenn es einen Markt gäbe, gäbe es auch rauchfreie Kneipen.
Weil Deutschland im internationalen Vergleich so rückständig ist, hat irgendjemand BRD mit "Brutale Raucher-Diktatur" übersetzt

Eine Diktatur neigt eher dazu jeden Scheiss per Gesetz zu regeln und in das Selbstbestimmungsrecht des Menschen einzugreifen als eine Demokratie. Daher ist dieser Vergleich einfach falsch.

Zitat

Die Uni Hannover ist da ein gutes Beispiel. Der Präsident ließ einen Brief, in dem ein uni-weites Rauchverbot gefordert wurde, vom Rechtsdezernat beantworten, die Uni tue schon genug für den Nichtraucherschutz - was nicht wahr ist. Der (Noch-)Präsident ist selbst Raucher.
Soweit ich weiss, ist das Rauchen inder Uni _ausschliesslich_ Im Lichthof und unten in der Sprengelstube (oben ist ein Nichtraucherbereicht) erlaubt. Dieses Verbot wird nur nicht konsequent durchgesetzt. Aber was willst du machen? DIe ganze Uni voller schwarze Sherrifs stellen, die jeden Exmatrikulieren der sich eine ansteckt? Weiterhin geht die Initiative für die rauchfreie Uni viel zu weit. Sie erstreckt sich z.B. auch auf die gesamten Räumlickeiten der Studierendenschaft (Hannomacke etc.) und des Studentenwerkes (und damit auch private Bereiche z.B. im eigenen Wohnheimzimmer).
Hier ist für mich ganz eindeutig das Recht zur freien Persönlichkeitsentwicklung unverhältnismaässig stark eingeschränkt. DAS sind totalitaristische Ansätze: Alles verbieten!

Um es nochmal klar zu machen: Ich bin nicht der Meinung, dass Nichtraucher sich mal nicht so anstellen sollen. Ich bin nur der Meinung, dass es selten zu was gutem führt, wenn der Staat übermässig die Gesetzeskeule schwingt.
Ich sehe z.B. nicht, dass sich alle Raucher wie die letzten Asis verhalten und nie Rücksicht nehmen. Nimm es mir nicht übel, Migu, aber ich habe dich schon erlebt wie du wutentbrannt einen Raum verlassen hast, als sich jemand eine Zigarette angezündet hat, ohne dass du einen Ton gesagt hättest, dass es dich stört (und das war bevor du dich so öffentlich als "militanter" Nichtraucher geoutet hattest). Der betroffene Raucher war hinterher einfach nur überrascht und meinte, hätte er (also du) doch was gesagt...
Dass zu diesem Thema ein geselleschaftlicher Diskurs notwendig ist mag sein. Gesetze und übertriebenes Verbieten dagegen nicht.

Doc.
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Mac

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01.04.2005, 11:07

die bisherigen Ansätze sind schon gut. Das Problem ist doch, wie schon richtig erwähnt, wer soll es kontrollieren?
Saß mal unten im Bistro der Mensa. Im Nichtraucher Bereich sitzen Raucher direkt unter einem Nichtraucher Schild. Zeigen noch drauf und ziehen darauf genüsslich an ihrer Zigarette. Das ist einfach ignorant.
Solche Raucher gibt es. Gibt aber auch genug, die man einfach nach draußen schicken kann, wenn sie meinen rauchen zu müssen.
Das Problem mit geschlossenen Räumen hab ich auch. Ich plaziere mich dann so, dass ich nicht im Rauch sitze, öffne ein Fenster oder bitte den Raucher das doch bitte zu unterlassen bzw. mich nicht zu zu qualmen.
Wenn es zu viele Raucher in einem Raum werden, ergreife ich auch die Flucht. Feuerwehr Tee Küche z.B. Hab keine Lust gegen 8 Raucher anzureden... ist nicht sonderlich Erfolg versprechend ;)

Es gibt schon einen Nicht Raucher Markt. Warum sonst gibt es in Restaurants extra Raucher Zonen?
Letztendlich würde etwas Rücksicht reichen. Und das führt wieder in andere Verantwortungsbereiche, welche in der Erziehung beginnen.
Der Vergleich mit den Ravern ist daher gar nicht mal so schlecht und lässt sich auf andere Bereiche ausweiten. Wenn es zum Problem wird, dann wohl, weil es zu viele Ignorante Menschen in der jeweiligen Gruppe gibt. Erziehung kann in dem Maße aber nicht Aufgabe des Staates sein.
Wenn ich selbst schon erlebe wie sich Eltern von ihren Kindern auf der Nase rum tanzen lassen, wundert mich wenig... Führt jetzt aber zu weit, wollte nur mal andere Quellen aufzeigen....

Das mit der Steuer ist ebenfalls ein sehr wichtiges Argument. Nicht nur die Tabaksteuer direkt, sondern auch die, welche die daran hängenden Unternehmen einbringen und die damit verbundenen Arbeitsplätze.

Zurück zu den Kneipen. Nein zwingen tut mich keiner eine solche zu betreten. Es ist jedoch an mir eine entsprechend schlecht belüftete Kneipe meinen Freunden gegenüber zu outen und auszuschließen.
Und zwar die spezielle Kneipe und nicht mich selbst ;)
Da ich in der Regel von Nicht Rauchern umgeben bin, ist das kein Problem.

-Mac

PS: hab ne Tabak Alergie

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14

01.04.2005, 11:11

Zitat

Original von absynth
Aber Du solltest nicht außer Acht lassen, daß der Staat, der u.a. Deine Bildung an dieser Universität bezahlt, auf die Einnahmen von über 14 Milliarden Euro jährlich (!) aus der Tabaksteuer angewiesen ist - von Mehrwertsteuer und Sekundärsteuern wie z.B. der Einkommensteuer von Angestellten bei Tabakfirmen oder der Gewerbesteuer von Kioskbesitzern und Tabakläden mal ganz zu schweigen. Wo sollen die denn herkommen, wenn Rauchen so erschwert wird, daß z.B. die Hälfte aller Raucher aufhört?


Was willst du denn damit sagen? Ich profitiere z.B. auch von Tierversuchen, trotzdem bin ich dagegen.

PS: Sorry, dass du den Thread letztens schließen mußtest. Denke, ich weiß jetzt aber wie dieses Forum funktioniert ;)

absynth

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15

01.04.2005, 11:51

Zitat

Original von DrChaotica
Was willst du denn damit sagen? Ich profitiere z.B. auch von Tierversuchen, trotzdem bin ich dagegen.

Daß die Regierung, würde sie jetzt Rauchen und Werbung für Tabak etc. drastisch gesetzlich einschränken, mit einem ähnlich herben Steuerverlust rechnen müßte, wie wenn sie Autos ohne Partikelfilter komplett und sofort von den deutschen Straßen verbannen würde.
Und daß es eine ganze Menge Arbeitsplätze gibt, die direkt von der Tabakindustrie abhängig sind, u.a. auch in der so verteufelten Werbung. Kostenlose Stadtmagazine oder Hefte wie die Unicum wären ohne die Tabakindustrie nicht denkbar, das ist (leider) eine Tatsache.
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16

01.04.2005, 11:58

Zitat

Original von Mac
Saß mal unten im Bistro der Mensa. Im Nichtraucher Bereich sitzen Raucher direkt unter einem Nichtraucher Schild. Zeigen noch drauf und ziehen darauf genüsslich an ihrer Zigarette. Das ist einfach ignorant.

Das Problem ist bei der Milchbar, daß die Beschilderung ganz schön undurchsichtig ist, aber die Raucher verziehen sich inzwischen überwiegend in den hinteren rechten Teil des Raumes.

Zitat

Es gibt schon einen Nicht Raucher Markt. Warum sonst gibt es in Restaurants extra Raucher Zonen?

Ich finde die Raucher-Gaskammern im Ikea toll - aber die haben wohl eher brandschutztechnische Gründe...

Zitat

Zurück zu den Kneipen. Nein zwingen tut mich keiner eine solche zu betreten. Es ist jedoch an mir eine entsprechend schlecht belüftete Kneipe meinen Freunden gegenüber zu outen und auszuschließen.
Und zwar die spezielle Kneipe und nicht mich selbst ;)
Da ich in der Regel von Nicht Rauchern umgeben bin, ist das kein Problem.

In unserem konkreten Fall (-> nach den FS-Sitzungen) landeten wir ja immer im Café Callin und ich persönlich finde es dort nicht zu verraucht. Daß der Initiator dieses Threads stets wortlos die Flucht ergriff, kann ich daher beim besten Willen nicht nachvollziehen.
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01.04.2005, 12:29

Zur Mensa: War nur ein Beispiel für Ignoranz. Die waren 50cm vom Schild entfernt. Da könnte man also von einem Nicht Raucher Bereich ausgehen. War auch nur ne einmalige Sache und daher einfach mal ein Beispiel wie ignorant Menschen sein können. Die Ignoranz einzelner trübt das Bild vieler und treibt Extremisten an...

Zum Callin: ja ist okay dort.

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18

01.04.2005, 14:22

vorneweg, ich selbst bin raucher, auch wenn ich grad versuche es nach *rechne* 6 jahren aufzuhoeren.

Zitat

Original von migu
2. widerspräche sicherlich den Persönlichkeitsrechten nach § 2 (1) GG : "Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt."

hm, kann der staat wenn man das so auslegt ueberhaupt noch irgendwas verbieten? ich denke da an andere drogen... aber gut, ich gehe mal davon aus dass jeder, der nicht fuer ein vollstaendiges verbot von tabak ist, fast zwangslaeufig fuer eine legalisierung von anderen drogen sein muesste, zumindest von den "weichen" drogen wie z.b. cannabis (das soll hier keine diskussion ueber legalisierung eroeffnen, ich geh' mal davon aus dass es das schon des oefteren gab).

Zitat

Original von absynth
Aber Du solltest nicht außer Acht lassen, daß der Staat, der u.a. Deine Bildung an dieser Universität bezahlt, auf die Einnahmen von über 14 Milliarden Euro jährlich (!) aus der Tabaksteuer angewiesen ist - von Mehrwertsteuer und Sekundärsteuern wie z.B. der Einkommensteuer von Angestellten bei Tabakfirmen oder der Gewerbesteuer von Kioskbesitzern und Tabakläden mal ganz zu schweigen.

demnach wird der finanzielle aspekt mal wieder ueber die gesundheit der bevoelkerung gestellt...

Zitat

Original von absynth[/u]
Wo sollen die denn herkommen, wenn Rauchen so erschwert wird, daß z.B. die Hälfte aller Raucher aufhört?

s.o.: legalisierung der weichen drogen. kontrollierter verkauf, steuern drauf usw. bringt allen vorteile: die kiffer machen sich endlich nicht mehr strafbar, bekommen bessere (kontrollierte) ware und der staat darf kraeftig dran verdienen. durch den wegfall des schwarzmarktes wuerden die preise sinken, durch steuern und kontrollierte qualitaet der ware wuerde dies ausgeglichen... =)
(ich glaub wenn ich mit studieren fertig bin zieh' ich einfach nach holland, da ist das alles etwas unkomplizierter...)
"In a world without leaders,
Who'd start all the wars?"
[The Offspring, Kill The President]

absynth

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01.04.2005, 14:55

Zitat

Original von klepu
hm, kann der staat wenn man das so auslegt ueberhaupt noch irgendwas verbieten? ich denke da an andere drogen...


Der Konsum von Drogen ist nicht strafbar, sondern der Besitz und der Handel.

Zitat


(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

1. Betäubungsmittel unerlaubt anbaut, herstellt, mit ihnen Handel treibt,
sie, ohne Handel zu treiben, einführt, ausführt, veräußert, abgibt, sonst
in den Verkehr bringt, erwirbt oder sich in sonstiger Weise verschafft,
2. eine ausgenommene Zubereitung (§ 2 Abs. 1 Nr. 3) ohne Erlaubnis nach § 3
Abs. 1 Nr. 2 herstellt,
3. Betäubungsmittel besitzt, ohne zugleich im Besitz einer schriftlichen
Erlaubnis für den Erwerb zu sein,
4. (weggefallen)
5. entgegen § 11 Abs. 1 Satz 2 Betäubungsmittel durchführt,
6. entgegen § 13 Abs. 1 Betäubungsmittel
a) verschreibt,
b) verabreicht oder zum unmittelbaren Verbrauch überläßt,
7. entgegen § 13 Abs. 2 Betäubungsmittel in einer Apotheke oder
tierärztlichen Hausapotheke abgibt,
8. entgegen § 14 Abs. 5 für Betäubungsmittel wirbt,
9. unrichtige oder unvollständige Angaben macht, um für sich oder einen
anderen oder für ein Tier die Verschreibung eines Betäubungsmittels zu
erlangen,
10. einem anderen eine Gelegenheit zum unbefugten Erwerb oder zur unbefugten
Abgabe von Betäubungsmitteln verschafft oder gewährt, eine solche
Gelegenheit öffentlich oder eigennützig mitteilt oder einen anderen zum
unbefugten Verbrauch von Betäubungsmitteln verleitet,
11. ohne Erlaubnis nach § 10a einem anderen eine Gelegenheit zum unbefugten
Verbrauch von Betäubungsmitteln verschafft oder gewährt, oder wer eine
außerhalb einer Einrichtung nach § 10a bestehende Gelegenheit zu einem
solchen Verbrauch eigennützig oder öffentlich mitteilt,
12. öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11
Abs. 3 des Strafgesetzbuches) dazu auffordert, Betäubungsmittel zu
verbrauchen, die nicht zulässigerweise verschrieben worden sind,
13. Geldmittel oder andere Vermögensgegenstände einem anderen für eine
rechtswidrige Tat nach Nummern 1, 5, 6, 7, 10, 11 oder 12 bereitstellt,
14. einer Rechtsverordnung nach § 11 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 oder § 13 Abs. 3 Satz
2 Nr. 1 oder 5 zuwiderhandelt, soweit sie für einen bestimmten Tatbestand
auf diese Strafvorschrift verweist.

Die Abgabe von sterilen Einmalspritzen an Betäubungsmittelabhängige und die öffentliche Information darüber sind kein Verschaffen und kein öffentliches Mitteilen einer Gelegenheit zum Verbrauch nach Satz 1 Nr. 11.

(2) In den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1, 2, 5 oder 6 Buchstabe b ist der Versuch strafbar.

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

1. in den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1, 5, 6, 10, 11 oder 13
gewerbsmäßig handelt,
2. durch eine der in Absatz 1 Satz 1 Nr. 1, 6 oder 7 bezeichneten Handlungen
die Gesundheit mehrerer Menschen gefährdet.

(4) Handelt der Täter in den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1, 2, 5, 6 Buchstabe b, Nr. 10 oder 11 fahrlässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.

(5) Das Gericht kann von einer Bestrafung nach den Absätzen 1, 2 und 4 absehen, wenn der Täter die Betäubungsmittel lediglich zum Eigenverbrauch in geringer Menge anbaut, herstellt, einführt, ausführt, durchführt, erwirbt, sich in sonstiger Weise verschafft oder besitzt.

(6) Die Vorschriften des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1 sind, soweit sie das Handeltreiben, Abgeben oder Veräußern betreffen, auch anzuwenden, wenn sich die Handlung auf Stoffe oder Zubereitungen bezieht, die nicht Betäubungsmittel sind, aber als solche ausgegeben werden.
I refuse to submit
To the god you say is kind
I know what's right, and it is time
It's time to fight, and free our minds
http://www.christopher-kunz.de/

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20

02.04.2005, 18:04

@absynth:
1. Ich sehe ein, dass meine Äußerung bzgl. Nötigung und Körperverletzung juristisch gesehen unsinnig war. Da habe ich mich geirrt. Danke für die Korrektur.
Dennoch werden Mitraucher geschädigt, ganz gleich, wie das juristisch zu bewerten ist.
Eine Schädigung durch Tabakrauch tritt nach langer Zeit ein. Das ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist, wie schädlich der Rauch tatsächlich ist. (Folge den Links, die oben angegeben habe und lies selbst.) Bloß weil die schädigende Wirkung des Rauchens nicht sofort sichtbar wird, ist sie nicht weniger bedenklich als die anderer Drogen - im Gegenteil, weil sie immer noch gerne verharmlost wird.
2. Es stimmt, dass ich seit neuestem konsequenter meine Empfindungen beachte und deshalb Räume, in denen ich mich wegen Tabakrauch unwohl fühle, leichter verlasse als früher. Das tut aber nichts zur Sache.

Zitat

absynth:

Zitat

migu:
Die Aufgabe des Gesetzgebers ist es sehr wohl auch, Regelungen zu schaffen, die dem Gemeinwohl dienen. Es wäre im Interesse der Gesamtbevölkerung, wenn das Rauchen erschwert würde und dadurch Nichtraucher geschützt werden. Man könnte sich freier bewegen.
Ich übersetze das mal für die geneigten Anwesenden mit "Ich könnte mich freier bewegen", denn Leute wie Du, die einen geschlossenen Raum sofort verlassen, wenn sich jemand eine Zigarette anzündet, sind (zum Glück?) eine absolute Minderheit (siehe auch "Radikalität" oben).
Selbstverständlich könnte auch ich mich freier bewegen - keine Frage, doch deine Meine heutige Bewegungsfreiheit ist allerdings nicht übermäßig eingeschränkt. Auch das tut nichts zur Sache, denn von mir lässt sich nicht auf die Allgemeinheit schließen, denn es gibt Menschen, die unter Tabakrauch sehr viel mehr zu leiden haben als ich (Schwangere, Allergiker, besonders empfindliche Personen usw.). In der Tat wurde schon viel erreicht, doch die Rechte der Nichtraucher, also der Bevölkerungsmehrheit, können noch besser geschützt werden.

Zitat

absynth:
In unserem konkreten Fall (-> nach den FS-Sitzungen) landeten wir ja immer im Café Callin und ich persönlich finde es dort nicht zu verraucht. Daß der Initiator dieses Threads stets wortlos die Flucht ergriff, kann ich daher beim besten Willen nicht nachvollziehen.
Ich verließ die Räume keineswegs "stets", sondern bloß vermehrt in der letzten Zeit.

Zitat

Dr. Jekyll:
Nimm es mir nicht übel, Migu, aber ich habe dich schon erlebt wie du wutentbrannt einen Raum verlassen hast, als sich jemand eine Zigarette angezündet hat, ohne dass du einen Ton gesagt hättest, dass es dich stört (und das war bevor du dich so öffentlich als "militanter" Nichtraucher geoutet hattest). Der betroffene Raucher war hinterher einfach nur überrascht und meinte, hätte er (also du) doch was gesagt...
Das muss ich korrigieren: Ich verließ den Raum nicht "wutentbrannt", sondern verärgert, und zwar zu Recht, da sich jemand ohne vorher zu fragen eine Zigarette angesteckt hatte. Sicherlich hätte ich etwas sagen können. Dazu war ich aber nicht in der Lage - das war vielleicht mein Fehler. Allerdings gebietet es die Höflichkeit, dass man alle Anwesenden fragt, ob sie das Rauchen stört, bevor man sich eine Zigarette anzündet.

Zitat

absynth:
Wenn jemand rauchen möchte, dann darf er im privaten Bereich nicht durch die Gesetzgebung daran gehindert werden.
Dem stimme ich voll zu.
Öffentlich zugängliche Gaststätten sind hingegen kein privater Raum, und entsprechend anders zu bewerten.

BRD mit "Brutale Raucher-Diktatur" zu übersetzen ist in der Tat albern. Solche Vergleiche taugen nichts. @Dr. Jekyll: Es taugt allerdings ebensowenig, unbrauchbare Vergleiche mit Technomusik in die Diskussion einzubringen - auch wenn das hier der Smalltalk-Bereich ist. Ich will es dir aber nicht weiter übelnehmen - denn auch das wäre albern!
Letztlich darf man nicht außer Acht lassen, dass die Tabakindustrie massiven Einfluss auf die Politik ausübt. (siehe Interview mit Stanton Glantz)

Zitat

Dr. Jekyll:
Eine Diktatur neigt eher dazu jeden Scheiss per Gesetz zu regeln und in das Selbstbestimmungsrecht des Menschen einzugreifen als eine Demokratie. Daher ist dieser Vergleich einfach falsch.
Ich stimme dir im Prinzip zu. Doch gehört es m.E. auch zum Selbstbestimmungrecht eines Jeden, zu entscheiden, ob er mitrauchen muss oder nicht. In vielen Fällen jedoch (wie z.B. auch auf der FS-Sitzung) fragt der Raucher nicht einmal, bevor er die anderen seinem Rauch mit aussetzt.
Wenn die Rechte aller durch freiwillige Selbstkontrolle nicht geschützt werden können, halte ich es durchaus für geboten, dass der Gesetzgeber regulierend eingreift. Das ist nicht schön, zugegeben.

Zitat

absynth:
Aber Du solltest nicht außer Acht lassen, daß der Staat, der u.a. Deine Bildung an dieser Universität bezahlt, auf die Einnahmen von über 14 Milliarden Euro jährlich (!) aus der Tabaksteuer angewiesen ist - von Mehrwertsteuer und Sekundärsteuern wie z.B. der Einkommensteuer von Angestellten bei Tabakfirmen oder der Gewerbesteuer von Kioskbesitzern und Tabakläden mal ganz zu schweigen. Wo sollen die denn herkommen, wenn Rauchen so erschwert wird, daß z.B. die Hälfte aller Raucher aufhört?
Diese Frage halte ich schon für falsch, denn langfristig gesehen hat die Gesundheit der Bevölkerung eine höhere Priorität. Zudem sind die Einnahmen durch Tabaksteuern im Vergleich zu den Gesundheitskosten durch Tabakkonsum vernachlässigbar. Weiterhin würde durch Rauchverbote der Tabakkonsum nicht schlagartig zurückgehen, denn dazu ist die Abhängigkeit von dieser Droge viel zu stark.

bzgl. Brief an den Präsident der Uni: Den Verfasser des Briefs kenne ich persönlich. Den Präsident habe ich selbst rauchen sehen.

Von einem generellen Tabakverbot halte ich im übrigen auch nichts. Darum geht es mir auch gar nicht.
tar: Anlegen eines leeren Archivs wird feige verweigert.