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Merryluzy

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1

19.07.2006, 15:18

Integration und allerlei anderes.

Hi!

Ich kanns auch nicht mehr hören, aber ich wollte mal von euch wissen, was ihr euch darunter vorstellt, und vlt auch was ihr von den "Ausländern" erwartet, damit sie integriert sind.

Dass das Beherrschen der Sprache Grundvorrausetzung ist, ist wohl klar(wenn auch nicht jedem)

Gruß, Merryluzy.

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serotonin

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Beruf: was wohl?

2

19.07.2006, 15:33

Integration ist für mich genau das Gegenteil der Separation.
Sprich eine bunte Zusammenmischung der Menschen.

Dazu gehört wohl das Kennenlernen/Anerkennen der vorherrschenden Kultur ( in gewissen Maße auch das Übernehmen, wobei die eigene Kultur natürlich nicht verneint werden sollte)

Also hat das ganze etwas mit Anpassung zu tun. Da es sich bei deinem Beispiel um Menschen handelt und nicht alle (von beiden Seiten) dazu bereit sind, gibt es unendliche Diskussionen :D
"Data items tend to be like children; they enjoy hanging around in groups together."

3

19.07.2006, 15:39

Deutsche Sprache ist leider nicht so selbstverständlich, wie man meinen sollte (Meine Mutter ist Deutschlehrerin und im Gebiet "Spätaussiedler" etc tätig). Einige bemühen sich zwar, aber viele auch nicht, und selbst die, die sich bemühen, haben gerne mal Probleme. Da muss definitiv was auf Gesetzesebene gemacht werden - leider.

Ansonsten:
Kulturelle Anpassungen wie z.B. keine übermässigen religiösen Dinge zu tragen (Kopftücher, Turbane, Burkas, ... (Ergänzende Bemerkung: Nonnen-Kluft etc finde ich auch daneben, auch wenn's thematisch nicht zu "Ausländer-Integration" passt); irgendwelche Anhänger etc sind natürlich okay); Jaja, ich weiß das das n extremer Streitpunkt ist, aber ist ja auch nur -meine- Meinung...

Für uns selbstverständliches Zeug ist in einigen Ländern auch noch nicht so ganz angekommen. z.B. Dinge wie "Frauen dürfen gelegentlich auch mal ihre Meinung sagen" - Ist jetzt grad das einzige was mir einfällt... "Unterwäsche trägt man unter der Wäsche" haben die meisten ja drauf ;)

"Ghettobildung" sollte auch vermieden werden (Also Viertel, wo man problemlos komplett ohne Deutschkenntnisse leben könnte); Das ist zwar bequem (und mir an und für sich auch herzlich egal), aber führt auch dazu, dass obige Punkten beiseite gelassen werden, weil man ja "unter sich" ist.

Zusammengefasst: "Integration" sollte (in einem Gewissen Maße) auch Anpassung sein; nicht zu verwechseln mit "Multi-Kulti" (in Maßen ganz lustig, aber zuviel davon geht gerne mal in die Hose).

denial

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4

19.07.2006, 15:48

Vielleicht ist es zu selbstverständlich, aber in meinen Augen gehört zur Integration ein Handeln nach den Gesetzen, insbesondere den ersten paar Artikeln des Grundgesetzes. Dies impliziert auch ein Unterordnen der eigenen Religion unter dem Gesetz (sollte dies im alten Land noch nicht so gewesen sein).

5

19.07.2006, 15:53

Fällt das nicht unter irgendeine "Wer nicht spurt, wird wieder abgeschoben"-Regelung?

Andererseits, wenn's immer 100% nach dem Gesetz ginge, müssten dann nicht auch Kopftüchen in den Schulen erlaubt sein (Religionsfreiheit), ohne daß erst ein Gericht eingeschaltet wird? (Randbemerkung: Ich meine, vor ner Weile mal gelesen zu habem, daß der Türkei(!) inzwischen an Universitäten Kopftuchverbot herrscht. Ah, [URL=http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/16/0,3672,2140528,00.html]hier[/URL] stand's)

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SethGecco

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6

19.07.2006, 16:36

Also die Sprache ist das A und O. Und die Anerkennung und Praktizierung der (vor allem) Grundrechte ist eine Selbstverständlichkeit.

Es gibt Integrationswillige und Integrationsunwillige.............ich als Ausländer habe leider oft erlebt, dass die Integrationswilligen (ja ich zähle mich selbst dazu) nicht in der Gesellschaft so akzeptiert werden wie z.B. ein blauäugiger, blondhaariger Mitbürger, der mit Nachnamen noch dazu Müller heißt.

Ich als Südländer muss in erster Linie erstmal alle davon überzeugen, dass ich weder mit Kriminalität noch mit Drogen usw. zu tun habe, damit ich einigermaßen "gleich" angesehen werde.


Naja..........so ist das Leben, habe mich mittlerweile dran gewöhnt und ehrlich gesagt finde ich es auch nicht mehr störend.


Man sieht meine schwarzen Haare, meine braunen Augen und meinen dunkelnen 3-Tage Bart und schon kommen Vorurteile auf, ich sei bestimmt fraunfeindlich, gewalttätig, radikal oder sonstiges...............dabei bin ich nicht mal religiös, geschweige denn fanatisch oder gar fundamentalistisch :D


Naja.......auf ein friedliches Miteinander........vielleicht erleben wir das noch in diesem Leben :D

kritop

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7

19.07.2006, 17:19

Zitat

Original von SethGecco
z.B. ein blauäugiger, blondhaariger Mitbürger, der mit Nachnamen noch dazu Müller heißt.
Ey das nehme ich persönlich ;-)
Wer es gelernt hat, sich von der Herrschaft des Ärgers zu befreien, wird das Leben viel lebenswerter finden. Bertrand Russel

Merryluzy

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8

19.07.2006, 19:14

Hi!

Ich werd doch nachhacken...

@ktm:
- ist eine deutsche Konvertitin mit Kopftuch nicht integriert?
-Wie soll Ghettobildung vermieden werden,wenn die meisten Ausländer sich nur günstige Wohnungen leisten können, "Deutsche" wegziehen,...
-Was ist am Multi-Kulti schief gegangen?
-die Türkei ist ein unterdrückendes Land, und kein Beispiel für Europa!
-das Kopftuchverbot gibt es nicht seit kurzem, sondern seit Atatürk.
-nein, leider läuft nicht immer alles nach dem Gesetz. z.B. darf eine ausländische Frau mit Kopftuch nicht Lehrerin sein, aber eine deutsche Frau mit Kopftuch schon, weil sie den "Schulunterricht" nicht gefährde.
siehe:
http://www.islamische-zeitung.de/?id=7437


@denial:
-was heißt das: "Religion unterordnen"? Schließlich ist die freie Religionsausübung im Grundgesetz verankert!

@Sethgecco:
- immer wenn ich mich vorstelle, wird gleich Ahnenforschung betrieben. Wenn ich sage, ich bin Deutsche (vom Pass), dann sagt er/sie: "nein, wirklich, aber da ist doch noch was südländisches drin" *grrrr*
- ich finde nicht, dass es einen Widerspruch gibt, sich als Europäer und gleichzeitig religiös/gläubig zu fühlen


Ist es nicht so, dass (mehrheitlich) beide Seiten Angst, Abneigung, Vorurteile,... voreinander haben?

Ach so, noch ein Fall: ich kenne eine Freundin, welche sich (freiwillig!- das muss man ja immer hinzufügen) zu einem Kopftuch entschied. Sie war völlig integriert. Und danach nicht mehr. Ihre "Kollegen" von der Arbeit mieden sie, lästerten, diskriminierten und beleidigten sie.
Sie ist integrationswillig, doch ihr Umfeld nicht(!), weil Kopftuch Angst hervorruft. Wer hindert die Integration?

Ich glaube das liegt daran, weil man Frauen mit Kopftuch nicht wirklich kennt.

Es wird (so glaube ich) niemals eine Assimilation, wie es sie mit jüddischen Deutschen gab, geben.


Jetzt ganz ehrlich:
Wer von euch hat nicht Angst vor Muslimen?
Wer von euch kennt eine Frau mit Kopftuch wirklich?

Gruß.

Rick

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9

19.07.2006, 19:25

Zitat

Original von Merryluzy
@denial:
-was heißt das: "Religion unterordnen"? Schließlich ist die freie Religionsausübung im Grundgesetz verankert!


Ja. Aber sie soll sich ebenso im Rahmen des Gesetzes bewegen. Das ist nicht immer selbstverständlich.
Meine Religion erfordert an jedem Neumond das Opfern von 17 Jungfrauen von 17 Jahren. Leider kann ich diesen Teil meiner Religion nicht ausleben (trotz Religionsfreiheit), weil ich gegen geltendes Recht verstoßen würde.

Sometimes you've got to ask yourself: Is xkcd shitty today?

10

19.07.2006, 19:48

- ist eine deutsche Konvertitin mit Kopftuch nicht integriert?
Siehe meine Meinung zu "Nonnenkluften". Übermäßig aufdringliche religionsmerkmale haben im Alltag imho nichts verloren.

-Wie soll Ghettobildung vermieden werden,wenn die meisten Ausländer sich nur günstige Wohnungen leisten können, "Deutsche" wegziehen,...
Wenn sich nicht schon die Klischees "können kein Deutsch, wollen nicht arbeiten" etc festesetzt hätten, würde auch (zumindest wer Deutsch kann) eine Arbeit finden (deutlich leichter zumindest). Dann würden warscheinlich auch nicht so viele aus den "Armenvierteln" wegziehen.

-Was ist am Multi-Kulti schief gegangen?
Siehe oben. "Wird schon irgendwie klappen"-Mentalität gegen "echte" Integration.

-die Türkei ist ein unterdrückendes Land, und kein Beispiel für Europa!
War auch nur ein Beispiel. Viele der Leute aus dem Bereich Ex-Russland z.B. sollten mal an ihrem Alkoholkonsum arbeiten (da könnt ich jetzt Geschichten aus den Sprachkursen erzählen, von wegen "russischer Milch"...), einige Araber scheinen sich gerne mal "ohne Anlaß" aufzuregen (wohl irgendwie doch mit Anlaß, aber den erkennen wir hier aufgrund des Kulturunterschieds mal wieder nicht...)

-das Kopftuchverbot gibt es nicht seit kurzem, sondern seit Atatürk.
Um so besser. Wenn sie's sowieso schon von "daheim" gewöhnt sind, wieso dann nicht auch hier dran halten?

-nein, leider läuft nicht immer alles nach dem Gesetz. z.B. darf eine ausländische Frau mit Kopftuch nicht Lehrerin sein, aber eine deutsche Frau mit Kopftuch schon, weil sie den "Schulunterricht" nicht gefährde.
siehe:
http://www.islamische-zeitung.de/?id=7437
Jo. Scheiße ist das. Wie gesagt, meine Meinung: Religion meinetwegen, aber bitteschön dezent - egal wer. Gibt sonst nur noch mehr Grund für Aggressionen.

>Wer von euch hat nicht Angst vor Muslimen?
"Angst"? Nur in dem Sinne, wie ich auch Angst vor unserem Lokal-Jehovazeugen hab ("Oh Gott, nicht daß der mich wieder endlos mit seinem Gottes-Scheiß zulabert"). 99.9% sind doch wohl okay (Die "Terrorzellen" mal ausgeschlossen, und die erkennt man eh erst, wenn's zu spät ist). Wieso, sollte ich?

denial

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11

19.07.2006, 20:17

Zitat

Original von Merryluzy
@denial:
-was heißt das: "Religion unterordnen"? Schließlich ist die freie Religionsausübung im Grundgesetz verankert!
Rick hat den Kern meiner Aussage korrekt erfasst und auf seine Weise durch ein Beispiel verdeutlicht.
Ich hätte auf den Fall von Amina Lawal hingewiesen, die aufgrund eines religiösen Gerichts (die Religion steht über bzw. ist das Gesetz) zum Tod durch Steinigung verurteilt wurde.

Zitat

- immer wenn ich mich vorstelle, wird gleich Ahnenforschung betrieben. Wenn ich sage, ich bin Deutsche (vom Pass), dann sagt er/sie: "nein, wirklich, aber da ist doch noch was südländisches drin" *grrrr*
Ich brauch nicht sagen daß ich Deutscher bin. Bei mir kommt aufgrund meiner Monitorbräune keiner auf die Idee, daß ich effektiv ein Mestize bin.

Zitat

Wer von euch kennt eine Frau mit Kopftuch wirklich?
Ich wär schon froh, wenn ich irgendeine Frau wirklich kennen würde...

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Sinan

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12

20.07.2006, 02:13

Zitat

Original von SethGecco
Also die Sprache ist das A und O.

Kann ich voll und ganz zustimmen, ist ja auch selbstverständlich, keine Sprache --> keine (vernünftige) Kommunikation --> keine Freunde --> keine Integration. Das ist einfach die erste Voraussetzung, und das nehmen leider viele Ausländer nicht wahr. Klar, deutsch ist gerade nicht die einfachste Sprache, ist aber auch kein chinesisch!!! Jeden Tag zwei neue Sätze lernen ist doch nicht viel denk ich. Aber selbst dafür sind viele nicht bereit und haben leider keine Lust. Sie besuchen am Anfang den einen oder anderen Sprachkurs und das war's dann, verbringen die ganze Zeit mit Familie/Verwandete/Freunde aus dem eigenen Lande, besorgen sich einen Satellitenschußel und gucken nur Fernsehprogramme aus dem Heimatland. Und dann meckern sie auch noch, dass sie keinen Job oder nur einen schlecht bezahlten finden! Also wenn ein Deutscher mal laut meckert, nervt mich schon, habe aber fast Verständnis dafür :D aber wenn ein Ausländer dies tut, dann geht es mir richtig auf den Sack! Er ist freiwillig hier, und wenn es ihm nicht gefällt, kann er gleich den Koffer packen! Nicht wenige würden sich freuen und ihm Glück wünschen!

Also, wie mehrfach bereits gesagt, weiterer sehr wichtiger Punkt ist Integrationswille! sich tatsächlich bemühen mit den Leuten in Kontak zu kommen, die Gesellschaft, in der man lebt akzeptieren und sich anpassen.

Zitat

Original von SethGecco
Es gibt Integrationswillige und Integrationsunwillige.............ich als Ausländer habe leider oft erlebt, dass die Integrationswilligen (ja ich zähle mich selbst dazu) nicht in der Gesellschaft so akzeptiert werden wie z.B. ein blauäugiger, blondhaariger Mitbürger, der mit Nachnamen noch dazu Müller heißt.

Ich habe das ganz anders erlebt! bin weder blauäugig noch braunharig, heiße nicht Müller mit Nachname, lebe in Deutschland seit 6 Jahren, habe deutsch nicht als Mutersprache, kann mich nicht an einer einzigen Situation erinnern, wo man mich deswegen nicht akzeptiert hat, obwohl ich in den ersten zwei Jahren, bevor ich angefangen hatte zu studieren, kaum einen korrekten vollständigen Satz bilden konnte.

Zitat

Original von ktm
Einige bemühen sich zwar, aber viele auch nicht, und selbst die, die sich bemühen, haben gerne mal Probleme. Da muss definitiv was auf Gesetzesebene gemacht werden - leider.

Und verstehe einige Sätze heute immer noch nicht :P
nein jetzt im Ernst, würden die Leute die sich bemühen die Sprache besser lernen wenn sich die Gesetze ändern ?(
Wenn du meinst mehr kostenlosen/kostengünstigeren Sprachkurse anbieten, dann sage ich ganz deutlich nein. Du glaubst es nicht wie wenig man dort lernt! Einen Zeitungsartikel lesen oder halbe Stunde Fernseher gucken bringt viel viel mehr und kostet nichts.

Zitat

Original von Merryluzy
Ach so, noch ein Fall: ich kenne eine Freundin, welche sich (freiwillig!- das muss man ja immer hinzufügen) zu einem Kopftuch entschied. Sie war völlig integriert. Und danach nicht mehr. Ihre "Kollegen" von der Arbeit mieden sie, lästerten, diskriminierten und beleidigten sie.
Sie ist integrationswillig, doch ihr Umfeld nicht(!), weil Kopftuch Angst hervorruft. Wer hindert die Integration?

Sie, ja sie, alleine sie hat die Integration gehindert!!!
ja ja, Freiheit und Menschenrechte! schon gut! aber ich bitte euch, kann mir jemand einen einzigen Vorteil vom Kopftuch nennen? macht etwa dir Frau weiblicher oder attracktiver? ist es gesund? bei dem Wetter definitiv nicht!
achso, hat Religion vorgeschrieben! aber klar, vor 1650 Jahren! aber Religion hat auch viele andere Sachen vorgeschrieben und höher gewichtet und prioisiert, also erstmal bitte schön diese einhalten! und wenn, Kopftuch im Jahre 2006 gehört sich nicht! NICHT IN DEUTSCHLAND! oder wie das so schön heißt "im Westen". PUNKT.

Zitat

Original von Rick
Meine Religion erfordert an jedem Neumond das Opfern von 17 Jungfrauen von 17 Jahren.

geil, was hast du denn für eine? :D
Was ich sagen wollte, mein neuer Liebligssatz ist : "man kann ja nicht alles haben!".
Kopftuch tragen erlaubt/verboten, macht Sinn/kein Sinn, hin oder her! eins steht fest, es wirkt auf (fast) allen abstoßend und hindert die Integration!

Eins muss ich noch gerechterweise sagen, es sind nicht nur die Frauen mit Kopftuch, die nicht integriert sind, es sind auch vor allem ihre Männer, und viele andere Männer und Frauen, unabhängig von der Religion.
Das Thema ist nur heißt gekocht! Ich weiß nicht ob das euch auch auffällt, aber IMMER, wirklich IMMER, wenn in den Medien über Ausländer geredet wird, dann ist das dazugehörige Bild drei dicke Frauen mit Kopftuch und Kinderwagen!
Also Medien, insbesondere Fernseher, können bei der Integration und bei jedem Thema eine wesentliche Rolle spielen.

Also, auch von mir... ( fühle mich kaum angesprochen wenn jemand "Ausländer!" ruft ;))
weiterhin :) auf ein friedliches und freundliches Miteinander!
Guten Morgen!
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hyperion

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13

20.07.2006, 08:31

Was ich nur bei der Kopftuchdebatte etwas seltsam finde ist, dass in der Türkei ein Kopftuchverbot an den Schulen herrscht (herrschte?). Warum müssen dann solche Sachen hier durch geboxt werden, wenn man es schon nicht im eigenem Land durfte. Meinetwegen sollen sie doch tragen was sie wollen und wenn die Religion vorschreibt nur Hawaiihemden zu tragen, aber dann nicht in Öffentlichen Einrichtungen in denen Kinder erzogen werden (Nonnen gehören da genauso wenig hin). In Firmen ist es ja wieder was anderes.
"Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit." --Marie von Ebner-Eschenbach

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XAX

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14

20.07.2006, 08:59

Zitat

Original von hyperion
Warum müssen dann solche Sachen hier durch geboxt werden, wenn man es schon nicht im eigenem Land durfte.


Entschuldige aber das ist totaler Blödsinn. Ich will natürlich auch keine Kopftücher in deutschen Schulen (was auch für alle anderen religiösen Zeichen gilt, wie Kreuzer über der Tafel usw.) aber mit deiner Argumentation, könnte man auch einfach sagen: ach die durften zu Hause nicht wählen, dann dürfen sie es hier auch nicht.

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SG

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15

20.07.2006, 09:01

Laut Wikipedia ist bei einer Integration die Anpassungsleistung nicht allein vom Individuum sondern auch von der umgebenden Gesellschaft zu erbringen, im Gegensatz zur Assimilation, wo nur das Individuum sich anpasst.

Wenn ich mich als Deutsche also anpassen muss, dann indem ich Kopftücher, Moscheen und dergleichen toleriere (auch wenn es Kopftücher nur in hässlich und ganz scheußlich zu geben scheint und etwa die Hälfte der Moscheen, die ich bisher gesehen habe geradezu grotesk kitschig aussahen)

Was den Umgang mit Frauen mit Kopftuch angeht, so bin ich da ziemlich unsicher. Die tragen das Kopftuch ja, weil es zu ihrer religiösen Überzeugung gehört, dass Frauen sich zu bedecken haben. Und ich laufe als Frau in T-Shirt und ohne Kopfbedeckung herum, verletze damit also unter Umständen ihre religiösen Gefühle. Also halte ich mich fern und reagiere nur, wenn ich angesprochen werde. Ich war dann schon überrascht, dass es tatsächlich Frauen mit Kopftuch gibt, die freiwillig Deutsch sprechen.

Andererseits kenne ich praktische Ausländerpolitik eigentlich nur aus der U-Bahn...

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kritop

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16

20.07.2006, 09:45

Bei Telepolis gibt es immer wieder interessante Artikel zu dem Thema!

Nicht reinkommen, nur gucken!

Eine große Gefahr ist m.E. auch das es häufig zu einem Stillstand in der Kulturentwicklung bei Immigranten kommt. So sind die Herkunftsländer heute liberaler und "entwickelter" als ihre vor 10-20-30 Jahren in Deutschland immigrierten Bürger (z.B.: Kopftuchverbot).
Wer es gelernt hat, sich von der Herrschaft des Ärgers zu befreien, wird das Leben viel lebenswerter finden. Bertrand Russel

Merryluzy

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17

20.07.2006, 09:56

Hi!

Erst einmal Danke für die vielen Antworten.


@Rick: Mann, dass man Menschen nicht umbringen darf, ist mir auch klar. Ich hätte gerne konkrete Beispiele, die auch aktuell sind.


@ktm:
-warum haben aufdringliche religiöse Kleidung nichts im Alltag verloren? Was sollen dann alle anziehen? am besten uniform?
-Was soll das? "Wenns sie es von Daheim gewohnt sind...". Hast du nicht verstanden? Sie sind hier geboren und sehen Deutschland als ihre Heimat! Übrigens ist nicht jede Frau mit Kopftuch eine Türkin!

@denial:
-Die Behandlung von Frauen wie Amina Lawal teile ich (ach, übrigens auch viele andere Muslime) nicht.

@Sinan:
-Da hast ja echt Glück gehabt, wenn du nie Diskriminierung erlebt hast.
-Meine Freundin hat die Integration gehindert?! Du bist unmöglich!
Mangelnde Akzeptanz, Respekt, Toleranz der Leute um sie, DAS HAT DIE INTEGRATION GEHINDERT!
-ein Koptuch soll grade nicht attraktiver/weiblicher machen.
-Frage nicht mich, frage eine Frau, die es (freiwillig) tut!
- wir reden immer nur über sie hinweg. Dabei kann man sie auch ansprechen. Ich meine, dass es auch Studentinnen mit Kopftuch gibt, die Deutsch sprechen.
- über wen urteilst du? "Bitteschön erstmal diese einhalten". Wenn du einen besonderen Fall meinst, dann meinst du NUR diesen. Verallgemeinere nicht! Unterstelle ihnen nichts bevor du sie kennst!
- "Ins Jahr 2006/ Deutschland gehört sie nicht". Wieso?
- es wirkt deswegen abstoßend, weil ihr diese Menschen nicht kennt!
-"ihre Männer sind ebenfalls nicht integriert". Du bist sehr verallgemeinernd. Ich kenne da z.B. einen Fall. Mann=Lehrer, Frau=Rechtsanwalt. Beide voll integriert.

Ich denke man muss differenzieren: Die Generation meiner Eltern hat sich nicht integriert. Aber meine Generation ist willig und teilweise erfolgreich.

Deutschland ist in diesem Punkt auch total zurückgeblieben im Vergleich zu Spanien oder England. Dort gibt es sogar Polizistinnen mit Kopftuch!

@hyperion:
-Weil Deutschland ein freies Land ist?
-Weil hier Selbstverwirklichung/Selbstentfaltung hoche Bedeutung hat?
-Türkei ist ein Staat der Unterdrückung.
-Nochmal: Die Frauen hier mit Kopftuch sind NICHT NUR Türkinnen!

@SG:
-tut mir leid, dass dir die Kopftücher nicht gefallen. Eigentlich sollen sie ja auch keinem gefallen.
- die Moscheen sind alle privat finanziert.
-ich versichere dir, dass ich nur Frauen mit Kopftuch kennengelernt habe, die andere Frauen (die eben keines tragen- like me) total akzeptieren. Das hat mich beeindruckt.
-wenn du nicht nachfragst, wie sie über dich denken, wirst du es vlt nie erfahren, sondern dir deinen Teil dazu denken. Man könnte jetzt sagen, "die werden doch niemals eine ehrliche antwort geben". Kann sein. aber wenn due die Leute näher kennenlernst, wird man "fühlen", wie sie über einen denken.
-nein, du verletzt ihre Gefühle nicht, mit T-Shirt.


Leider muss ich los.

Gruß.

Mac

Papa

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18

20.07.2006, 10:28

Ein bekannter erzählte mir irgendwann in diesem Jahr von seinem Reinigungsunternehmen. Er beschäftigt dort auch eine ausländische Frau. Das Arbeiten scheint ihr also offensichtlich erlaubt zu sein, jedoch nicht ihn an zu sehen oder gar mit ihm zu reden. Teilweise stand der Ehemann nicht weit entfernt um so fort einzuschreiten. Da der Bekannte etwas stur ist, versucht er es dennoch immer wieder, denn manchmal muss man sich als Angestellter auch mal mit seinem Chef unterhalten. Es können auch nicht alle Fragen mit Kopf schütteln oder nicken beantwortet werden. Inzwischen schaut sie ihn an, wenn er mit ihr redet....

Das das Gesetz über der Religion stehen sollte geht auch aus diesem Beispiel hervor. Männer und Frauen sind in Deutschland gleichberechtigt!
(Vom Gesetz her, es geht anderswo wesentlich schlimmer zu ;-)

Von mir aus kann jeder Tragen was er will. Ich denke wir sind auch so schon recht bund. Warum nicht auch Kopftücher?!? In Schulen sicherlich noch mal ein anderes Thema. Da sollte der Relegionsunterricht von mir aus auch vollständig durch Werte und Normen ersetzt werden. Relegion ist meine private Sache und ich habe auch im Konfirmanden Unterricht genug über das Christentum gelernt. Und genau genommen sind auch meine Eltern als Christen für meine religiöse Erziehung verantwortlich. Sprich in der Schule sollte allgemein gesellschaftliche Werte vermittelt werden.

Wichtiger ist der Umgang mit einander. Man kann nicht nach Deutschland einwandern und ein Abbild seines Heimatlandes erwarten.
Wer hier her kommt muss die hier herrschende Kultur akzeptieren. Ich muss dieses genauso, wenn ich auswandere.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mac« (20.07.2006, 10:29)


Merryluzy

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19

20.07.2006, 11:38

Nachtrag:

Gesetze - hat zunächst einmal nichts mit Integration zu tun. ob deutsch
oder ausländisch spielt bei der Achtung der Gesetze eigentlich keine
Rolle. Aber natürlich muss von Ausländern und Zugewanderten AUCH die
Achtung und das Befolgen von Gesetzen verlangt und erwartet werden.

Sprache - eigentlich ist es im eigenen Interesse der Migranten, die
Sprache der Aufnahmegesellschaft zu erlernen. Der Staat muss genügend
qualitatitve Möglichkeiten bieten, damit diese Spracherlernung
erfolgreich sein kann. Dabei sollte von einer alten Oma nicht dieselbe
Sprachaufnahmebereitschaft erwartet werden wie bei einem Schüler!!
Ausserdem ist es Quatsch von der Elterngeneration zu verlangen, mit
ihren Kindern auf deutsch zu sprechen, da sie ihnen nur schlechtes
deutsch beibringen würden. Ghettos bilden ein Problem, das es durch
Stadt- und Baupolitik entgegenzuwirken gilt. Aber selbst hier hilft eine
bessere Ausbildungs- und Arbeitsmarktpolitik (wenn das Geld vorhanden
ist, wandern auch Ausländer aus Ghettos aus..).

Kopftuch - gehört m.E. zur persönlichen Bekleidung, die sich eine
muslimische Frau aussuchen darf. Der Vergleich mit dem Mord an "17
Jungfrauen" ist beschämend aber auch bezeichnend für die Debatte um das
Schreckgespenst Kopftuch. Eine Kopftuch tragende Frau verstösst gegen
kein Gesetz (bis auf die ganz neuen, die explizit das Kopftuch an
bestimmten Orten verbieten) und es verletzt niemanden. Niemand käme auf
die Idee Hosen, Blusen oder Socken zu verbieten, oder?

@Sinan:
"aber ich bitte euch, kann mir jemand einen einzigen Vorteil vom
Kopftuch nennen?"

Warum sollte es einen für dich einsehbaren Vorteil vom Kopftuch geben??
Schliesslich fragt keiner, was der Vorteil einer Hose oder etwa eines
Rocks ist - ausser dass sie bedecken..

"macht etwa dir Frau weiblicher oder attracktiver?"

It's a man's world.. (designed by men and run by men FOR THE CONVENIENCE
OF MEN!!) Oder wie erklärt sich die halbe Forderung, dass ein
Bekleidungsstück einer Frau sie attraktiver machen soll??

"ist es gesund? bei dem Wetter definitiv nicht!"

hmm, (Sand-)Wüstenbewohner tragen fast durchweg eine Kopfbedeckung!

serotonin

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Beruf: was wohl?

20

20.07.2006, 12:08

Ich denke schon, dass ein Kopftuch einem liberal denkenden Menschen vor den Kopf stossen kann. Steht es nicht für das Verstecken/Verdecken der Attraktivität der Frau? Soll es die Frauen unattraktiv für andere Männder machen (die nicht der Ehemann sind)?

Wenn das der Ursprüngliche Zweck des Kopftuchs ist, dann ist das für mich eine Art von Unterdrücken und komme zu dem Schluss, dass Gleichberechtigung nicht groß geschrieben wird. Das Kollidiert zb mit meinen Ansichten (und die stimmen wohl in dem Fall mit der allgemeinen Moral in Deutschland überein).

Man muss sich nicht wundern, wenn 2 Kulturen unterschiedliche Ansichten haben und deswegen nicht überall kompatibel sind
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »serotonin« (20.07.2006, 12:10)